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	<title>Magersucht &#8211; Gerid Rux</title>
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	<description>Fitness-, Food-, &#38; Lifestyleblog</description>
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		<title>Mein Weg aus der Magersucht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gerid Rux]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Aug 2016 17:36:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Magersucht]]></category>
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					<description><![CDATA[Meine Lieben, Nun wisst ihr ja schon so einiges über mich, sei es über meine Ernährung, über meine Workouts oder auch persönliche Seiten. Über meinen scheinbar perfekten Alltag und wie ich diesen „Lifestyle“ vorlebe, ohne damit auch nur ansatzweise Probleme zu haben. Dem ist nicht immer so, und vor allem in meiner Vergangenheit gab es auch bei mir eine Phase, in der Essen &#38; mein Körper mein schlimmster Feind waren&#8230; Magersucht, oder auch Anorexia nervosa, ist DIE typische Pubertätskrankheit? Bei mir ging es allerdings schon früher los. Alles begann nach der Scheidung meiner Eltern und mit einem Umzug aus meiner geliebten Umgebung in eine fremde Stadt. Ich fing dort an das Gymnasium zu besuchen, fand neue Freunde und lebte mich gut ein. Klingt soweit harmlos. Jetzt das ungewöhnliche: Ich war immer schon, wie der Rest meiner Familie, ein schlankes und beinahe zartes Kind. Niemand in meinem Umfeld litt an einer Essstörung oder beschäftigte sich intensiver mit Ernährung, Sport, usw. Trotzdem fing ich schon in der Volksschule an, mich dafür zu interessieren. Beim Einkaufen mit meiner Mutter schaute ich mir Kalorienangaben von Chips-Tüten an und meinte, ab jetzt weniger davon zu essen. Meine Mutter schüttelte beinahe lachend den Kopf. Was soll [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Lieben,</p>
<p>Nun wisst ihr ja schon so einiges über mich, sei es über meine Ernährung, über meine Workouts oder auch persönliche Seiten. Über meinen scheinbar perfekten Alltag und wie ich diesen „Lifestyle“ vorlebe, ohne damit auch nur ansatzweise Probleme zu haben. Dem ist nicht immer so, und vor allem in meiner Vergangenheit gab es auch bei mir eine Phase, in der Essen &amp; mein Körper mein schlimmster Feind waren&#8230;<span id="more-1055"></span></p>
<p>Magersucht, oder auch Anorexia nervosa, ist DIE typische Pubertätskrankheit? Bei mir ging es allerdings schon früher los. Alles begann nach der Scheidung meiner Eltern und mit einem Umzug aus meiner geliebten Umgebung in eine fremde Stadt. Ich fing dort an das Gymnasium zu besuchen, fand neue Freunde und lebte mich gut ein. Klingt soweit harmlos.</p>
<p>Jetzt das ungewöhnliche: Ich war immer schon, wie der Rest meiner Familie, ein schlankes und beinahe zartes Kind. Niemand in meinem Umfeld litt an einer Essstörung oder beschäftigte sich intensiver mit Ernährung, Sport, usw. Trotzdem fing ich schon in der Volksschule an, mich dafür zu interessieren. Beim Einkaufen mit meiner Mutter schaute ich mir Kalorienangaben von Chips-Tüten an und meinte, ab jetzt weniger davon zu essen. Meine Mutter schüttelte beinahe lachend den Kopf. Was soll man auch dazu sagen, wenn man so etwas von einem Kind (!) hört…</p>
<p>Ich weiß nicht mehr wann genau, aber irgendwann mit 11 Jahren fasste ich den Entschluss, abzunehmen. Es erscheint mir heute so fern und befremdlich, denn ich war so ein schlankes Kind und hatte natürlich absolut keinen Grund dazu. Aber Magersucht ist mehr als nur eine dumme Phase, oder eine Spinnerei. Noch heute bekomme ich beinahe Aggressionen, wenn ich Leute so reden höre. Magersucht ist eine psychische Krankheit und resultiert meistens aus Verlusten, Familienproblemen – insbesondere mit Vater oder Mutter, Veränderungen oder ähnlichen Dingen. Ich möchte darauf nicht näher eingehen…</p>
<p>Es fing mit kleinen Dingen an, ich aß zuerst weniger zu Abend, dann irgendwann weniger Süßigkeiten. Ich hörte auf, mir jede Pause mit meinen Freundinnen Donuts oder Gummibärchen zu kaufen und irgendwann aß ich gar keine Jause mehr, sondern schmiss sie am Heimweg weg. Natürlich schöpfte meine Mutter Verdacht. Zu Beginn wunderte sie sich nur etwas, aber ihr fiel sehr bald auf, dass etwas nicht stimmte. Und dann begannen die Streitereien beim Familienessen, sie begann mich zu kontrollieren, mir beim Essen zuzusehen, …Sie kaufte hochkalorische Nahrungsergänzungsmittel und versuchte, mir diese ins Essen zu mischen. Aber sie war machtlos. Es war eine Art Krieg, den wir führten aber gegen einen Menschen, der so krankhaft magersüchtig ist, hat man keine Chance. Auch nicht gegen ein 11-jähriges Kind. Ich nahm weiter ab. Dann kam der Sommer und ich fuhr auf ein Sommercamp an einen See mit meiner besten Freundin. Die Woche war so schrecklich für mich, dass ich nach 4 Tagen abgeholt werden musste. Ich war mittlerweile so dünn, dass die anderen Kinder erschraken, wenn sie mich im Bikini sahen. Ich aß noch weniger als daheim und hatte für diverse Aktivitäten wie Wandern, Segeln, Volley-Ball, etc. keine Kraft und auch keine Lust. Ins Wasser konnte ich ohnehin nicht, denn da bekam ich jedes Mal einen Kälteschock.</p>
<div id="attachment_1047" style="width: 235px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/brücke.jpg"><img aria-describedby="caption-attachment-1047" loading="lazy" class="size-medium wp-image-1047" src="http://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/brücke-225x300.jpg" alt="3 Monate vor dem Spital." width="225" height="300" srcset="https://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/brücke-225x300.jpg 225w, https://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/brücke-scaled-300x400.jpg 300w, https://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/brücke-scaled-600x800.jpg 600w, https://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/brücke-768x1024.jpg 768w, https://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/brücke-1080x1440.jpg 1080w, https://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/brücke-scaled.jpg 1920w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><p id="caption-attachment-1047" class="wp-caption-text">3 Monate vor dem Spital.</p></div>
<p>Im selben Sommer fuhr ich noch mit meiner Mutter auf Urlaub in ein All-Inklusive-Hotel in die Türkei. Dort meinte sie eines Abends zu mir, als ich unter Tränen die Pizza aß, die sie mir bestellt hatte, wenn ich so weitermachen würde, würde ich zu Schulanfang in ein Spital kommen und könnte nicht in die Schule gehen oder meine Freunde sehen. Ich nahm sie nicht ernst und dachte mir, dass das nie passieren würde. Nun ja, es kam der September und ich nahm weiter ab. Meine schulischen Leistungen waren weiterhin hervorragend, aber trotzdem machten sich Lehrer und Mitschüler Sorgen.</p>
<p>Der Tag kam, an dem meine Mutter mich zu einer Ärztin mitnahm, die mich untersuchte, abwog, etc. Ich verstand damals absolut nicht was los war. Ich war so wütend, weil ich nicht verstand was alle für einen Wind um mein Gewicht machten, denn ich fühlte mich fett. Ich wollte einfach nur abnehmen und niemand sollte mich daran hindern. Die Ärztin traf eine Vereinbarung mit uns, dass ich pro Woche 300g zunehmen sollte, wenn ich das nicht machen würde, müsste ich an der Kinder-Station aufgenommen werden. Gerade mal zwei Wochen hielt ich durch. Dann am Freitag, dem 13 Oktober, wurde ich stationär aufgenommen. Ich blieb ein halbes Jahr dort und nahm etwa 6 Kilogramm zu. Mein niedrigstes Gewicht war 25 Kilogramm, entlassen wurde ich mit 31 Kilogramm. Ich hatte gute und schlechte Tage. Es gab Wochen, in denen alles gut lief und ich in kleinen Schritten zunahm. Dann gab es Wochenenden, an denen ich heim durfte und mit 2 Kilo weniger wieder ins Spital kam. Ich wurde in diesem halben Jahr sicher 7 oder 8 mal künstlich durch einen Schlauch ernährt. An manchen Tagen hatte ich Spaß mit den anderen Mädchen und Jungen dort, an anderen weinte ich nur.</p>
<p><a href="http://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/sonde-e1472566470683.jpg"><img loading="lazy" class="aligncenter size-medium wp-image-1048" src="http://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/sonde-e1472566470683-225x300.jpg" alt="sonde" width="225" height="300" srcset="https://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/sonde-e1472566470683-225x300.jpg 225w, https://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/sonde-e1472566470683-768x1024.jpg 768w, https://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/sonde-e1472566470683-1080x1440.jpg 1080w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a></p>
<p><a href="http://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/tagebuch.jpg"><img loading="lazy" class="aligncenter size-medium wp-image-1049" src="http://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/tagebuch-300x225.jpg" alt="tagebuch" width="300" height="225" srcset="https://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/tagebuch-300x225.jpg 300w, https://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/tagebuch-scaled-600x450.jpg 600w, https://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/tagebuch-768x576.jpg 768w, https://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/tagebuch-1024x768.jpg 1024w, https://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/tagebuch-1080x810.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Im Frühling wurde ich entlassen. Im September desselben Jahres wieder eingeliefert.</p>
<p><a href="http://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/tagebuch2.jpg"><img loading="lazy" class="aligncenter size-medium wp-image-1050" src="http://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/tagebuch2-300x225.jpg" alt="tagebuch2" width="300" height="225" srcset="https://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/tagebuch2-300x225.jpg 300w, https://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/tagebuch2-scaled-600x450.jpg 600w, https://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/tagebuch2-768x576.jpg 768w, https://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/tagebuch2-1024x768.jpg 1024w, https://www.geridrux.at/wp-content/uploads/2016/08/tagebuch2-1080x810.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Nur war diesmal alles anders. Das Spital war mir fremd geworden, es gab neue Pfleger, neue Mädchen und ich fühlte mich sehr alleine. Ich wollte so schnell wieder weg, dass ich nur ein Monat dortblieb. Ich wechselte dann in ein Therapiezentrum und wurde dort einer Psychologin zugewiesen, der ich sofort vertraute. Wir redeten hauptsächlich und nebenbei wurde ich immer wieder ärztlich betreut. Manchmal wenn ich schlechte Tage hatte fragte ich sie:“ Macht es dich eigentlich gar nicht wütend, wenn ich hier sitze und dir sage, dass ich gar nicht zunehmen will oder gesund werden will? Und du aber versuchst deine Arbeit zu machen?“ Sie sah mich dann nur an und lächelte geduldig.</p>
<p>Und irgendwann kamen dann Tage, an denen ich mich ertappte, dass ich vor dem Schlafen gehen nicht mehr alles aufzählte, was ich gegessen hatte. Ich vergaß auch meine Sportübungen zu machen oder in meine Kalorientabelle zu schauen. Zu Beginn ärgerte mich das und ich versuchte, daran festzuhalten aber es wurde trotzdem immer weniger.</p>
<p>Ich könnte jetzt noch so unglaublich viel schreiben, zu meiner Entwicklung, meiner Genesung. Aber es war tatsächlich so, dass mich die richtige Therapie mit dieser Psychologin, die neuen Lebensumstände, etc. Schritt für Schritt gesund machten. Ich ging wieder unter Leute, hatte Spaß am Essen, entwickelte mich gut, meine Noten bestanden nicht nur noch aus Einsern, meine Streitereien mit meiner Mama bestanden aus typischen Pubertäts-Themen und drehten sich nicht mehr ums Essen <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/14.0.0/72x72/1f600.png" alt="😀" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Ich wurde wirklich, wirklich glücklich.</p>
<p>Bis heute bin ich so unfassbar dankbar, was mein Umfeld und insbesondere meine Mama für mich gemacht hat in dieser schrecklichen Zeit. Sie hat nie aufgehört an mich zu glauben und hat eine unglaubliche Stärke bewiesen. Außerdem bin ich froh, dass mich diese Krankheit so früh erwischt hat und ich vergleichsweise schnell wieder gesund geworden bin. Die Folgeschäden von Magersucht, Untergewicht und Mangelernährung sind fatal, gerade wenn man in der Pubertät daran erkrankt. Ich konnte mich aufgrund meines jungen Alters danach noch relativ gut entwickeln.</p>
<p>Ich widme mich auch in meiner Bachelor-Arbeit dem Thema Essstörungen, insbesondere bei Kindern und wie man durch Erziehung &amp; Unterricht Präventionsmaßnahmen oder positive Beeinflussung schaffen kann.</p>
<p>Wie ihr schon in meinem Instagram Post gelesen habt, habe ich diesen Blogpost verfasst um auf diese Krankheit aufmerksam zu machen und vielen von euch zu sagen, dass ihr nicht alleine seid und man es schaffen kann. Redet mit Eltern, Angehörigen, etc. oder schreibt mir eine Mail – ich werde euch antworten und gerne Empfehlungen für einige Institute für Essstörungen in Wien geben können.</p>
<p>Fühlt euch gedrückt,</p>
<p><em>Gerid</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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